Handwerkskammer

Dreadstylists haben seit einigen Jahren große Probleme mit den verschiedenen Handwerkskammern. Gefordert wird seit Ende 2012 ein Meisterbrief im fachfremden Friseurhandwerk. Immer mehr Menschen werden im Laufe der Ausführung ihrer Tätigkeit von Angestellten der Handwerkskammer so lange bedroht und belästigt, bis diese ihren Betrieb aufgeben. und das obwohl das Erstellen und Pflegen von Dreadlocks wenn überhaupt ein sogenanntes Minderhandwerk darstellt und somit überhaupt nicht eintragungsfähig ist.

Meisterzwang für Dreadlocks – Rechtsgrundlage?

Der Meisterzwang für Dreadlocks kam sehr überraschend. Quasi über Nacht und ohne das Know-How der entsprechenden Fachkräfte mit in die Behandlung des Themas einzubinden. Gegen die Vermeisterung der Dreadlocks haben sich über 11000 Menschen ausgesprochen, die bis heute leider ignoriert werden. Die überraschend erfolgreiche Petition war dem Zentralverband des deutschen Handwerks nicht einmal eine Antwort wert.

Begründet wird der Meisterzwang für Dreadlocks damit, dass Dreadstylists einer Friseurtätigkeit nachkämen. Vorausgesetzt wird unter anderem die Kenntnis über die “Vermeidung von Haarschäden”. Die Handwerkskammer möchte also im Prinzip, dass Dreadstylists das Gegenteil ihres Handwerks erlernen.

Wem das noch nicht genug der bitteren Ironie ist: Es existiert ein Dokument, in dem jedes Jahr festgelegt wird, welches Gewerbe in den Aufgabenbereich der Handwerkskammer und welches Gewerbe in den Aufgabenbereich der Handelskammer fällt. Dieser Abgrenzungskatalog des DHKT und des DIHK führt Dreadlocks als “afrikanische Flechtfrisuren”. In der Realität sind Dreadlocks verfilzte Haarsträhnen, bei denen keinerlei Flecht-Techniken zum Einsatz kommen. Wer sich – im Gegensatz zu den Handwerkskammern – mit dem Thema Dreadlocks auseinander gesetzt hat weiß, dass Dreadlocks verfilzte Haarsträhnen sind.

Dreadlocks als Minderhandwerk

Der Bundesverband freie Dreadlocks vertritt die Ansicht, dass es sich bei der Erstellung und Pflege um ein sogenanntes Minderhandwerk handelt. Ein Minderhandwerk sind solche Handwerke, die innerhalb kurzer Zeit – also innerhalb von drei Monaten – erlernbar sind. Minderhandwerke sind frei ausführbar und unterliegen nicht den Einschränkungen der Berufsfreiheit, unter der viele Handwerke noch immer leiden.

Die Techniken, mit denen Dreadlocks erstellt und gepflegt werden, sind leicht zu erlernen und nicht sehr umfangreich. Es existieren nur wenige Grundtechniken, die innerhalb kurzer (Wochenend-)Seminare vermittelt werden können. Einzige Hilfsmittel sind ein Metallkamm und eine Häkelnadel. Zusätze wie Wachs oder Gummibänder sind bei der Erstellung und Pflege von Dreadlocks grundsätzlich nicht zu verwenden!

Handwerkskammer für Dreadlocks als Handwerksverhinderungskammer

Die Zuordnung der Dreadlocks durch die Handwerkskammer  zum meisterpflichtigen Friseurhandwerk ist unzulässig. Einen Meisterbrief im Friseurhandwerk vorauszusetzen, um Dreadlocks zu erstellen steht in keinem Verhältnis zum Umfang dieser Spezialtätigkeit. Als teils sehr aggressiv agierende Instanz zerstört die Handwerkskammer aktuell widerrechtlich Existenzen. Das Problem beim Widerstand gegen diese verfassungswidrige Einschränkung der Berufsfreiheit: Nur wenige können sich eine Klage gegen die Handwerkskammer leisten, die in diesem Fall in einem nahezu rechtsfreien Raum agiert.

Als Bundesverband freie Dreadlocks ist es unsere Aufgabe, gegen die  unzulässigen Bestimmungen der Handwerkskammer anzukämpfen. Dazu brauchen wir deine Hilfe. Wenn du Lust hast uns zu unterstützen, werde Mitglied!

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