Pressemitteilung: Meisterbrief oder Geld

(Worms/Mainz)Ende 2012 hat die Handwerkskammer beschlossen, Dreadlocks zu den Flechtfrisuren und somit zum Friseurhandwerk zu zählen. Damit unterliegen Dreadlocks zukünftig dem Meisterzwang und der Zwangsmitgliedschaft in der Handwerkskammer. Die sich daraus ergebenden Szenen in der Handwerkskammer Rheinhessen erinnern mehr an eine Schutzgelderpressung, als an eine freundliche Interessensvertretung.

Seit Jahren gibt es Unternehmen, die Dreadlocks erstellen und pflegen. Hierzu entwickelten diese ihre eigenen Techniken. Lediglich mit einem Kamm und einer Häkelnadel kommen Dreadstylists bei ihrer Arbeit aus. Nun meldet sich die Handwerkskammer zu Wort und möchte diesen jungen Markt für sich beanspruchen. Nur ausgebildete Friseurkräfte mit Meisterbrief sollen zukünftig Dreadlocks erstellen dürfen. Auch schon lange aktive Menschen sind von dieser Neuregelung betroffen.

In Worms muss auf Grund dieser Regelung nun eine Dreaderin ihre Selbstständigkeit vorraussichtlich aufgeben – es sei denn, sie kauft sich vom Meisterzwang frei. Etwa 800 Euro soll das kosten. Die anschließenden Kammergebühren sind hierbei noch nicht mit einberechnet. Bleibt die Zahlung bis kommenden Mittwoch aus, so soll die junge Unternehmerin ihren Betrieb einstellen.

In der Handwerkskammer Rheinhessen traf die Kritik des Bundesverbandes für freie Dreadlocks auf wenig Verständnis. Die rechtliche Grundlage der Handwerkskammer stütze sich auf einen Beschluss eines Arbeitskreises. Auf die Nachfrage wer an dieser Entscheidung beteiligt war und warum diese überhaupt zu Stande gekommen sei, wurde uns leider nicht geantwortet. Die ernüchternde Antwort des zuständigen Sachbearbeiters Johann Jung: “Sie haben da gar nichts nachzufragen”.

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